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22.01.2019 DJ-Mag

Freiburger Booking Fonds will DJs & Veranstalter fördern

In Freiburg macht sich das Clubsterben breit und das Nachtleben scheint mau. Viele Veranstalter haben Raumnot und für einige Events fehlt einfach das Geld. Um dieser Misere entgegen zu wirken, soll es bald den Freiburger Booking Fond geben. Was der kann, verraten wir euch!

Wenn der Studentenstadt, das Nachtleben fehlt…

An der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg studieren etwa 25.000 junge Menschen. Kein Wunder: Schließlich fährt die Freiburger Uni mit höchsten Standards auf.Jüngst aber, macht das dortige Nachtleben schlapp, was gerade für die Studenten ein erhebliches Manko ist. Viele Clubs schließen ihre Türen und den Veranstaltern fehlt das Geld, um Events umzusetzen. Was tun? Kreativ werden!

Deniz Binay, Student und Eventveranstalter in Freiburg und Simon Waldenspuhl, Stadtrad der JPG Fraktion, wollen das Nachtleben wieder aufleben lassen –  und zwar durch den Freiburger Booking Fonds. Ziel des Fonds ist es, ein niederschwelliges zugängliches Förderangebot für DJ- oder Bandbookings zu schaffen und so den Veranstaltern zu ermöglichen, ihre Events in Freiburg, ohne finanzielle Risikos, über die Bühne zu bringen.

„Es geht nicht darum, große Projekte zu fördern, ganze Clubs oder Festivals, sondern kleine Veranstalter, die kleine Veranstaltungen machen wollen. Es ist egal, ob sie dann kommerzielle Veranstalter sind, die hier davon leben oder einfach nur Enthusiasten oder Leute, die sich einfach gerne nur mit Musik beschäftigen, die halt wollen, dass DJ X und Band Y einfach mal in Freiburg spielen.“

Deniz Binay via TV-Südbaden

Wie funktioniert das Konzept?

Die angestrebte Finanzierung umfasst wird den öffentlichen-, den privatwirtschaftlichen- und den szeneneigenen Sektor. Via einer entsprechenden Jury soll das Fördergeld an die Veranstalter verteilt werden. Die Abwicklung findet dabei über eine Online-Plattform statt.

Laut dem Initiator Deniz Binay soll das Prozedere transparent sein sowie Planungssicherheit für die Antragstellenden und die Öffentlichkeit liefern. Abseits sollen auch wiederkehrende Jurywahlen und ein nachvollziehbares Wahlsystem Vertrauen schaffen. Für die Umsetzung des Online-Systems hat sich die in Freiburg ansässige Agentur subculture Urban Media bereiterklärt. Eine moderne, digitale Lösung soll schlussendlich das Ergebnis sein.

Was sagt der Freiburger Gemeinderat zu der Idee?

Wie die Chancen stehen, ob das Konzept im Freiburger Gemeinderat an Zustimmung gewinnt, ist bis jetzt noch unklar – bisher sind noch keine Gespräche mit anderen Fraktionen geführt worden, so Simon Waldenspuhlen, einer der Initiatoren. Für ihn sei es allerdings unerlässlich, dass der städtische Haushalt seinen Verpflichtungen nachkommt und das Nachtleben unterstützt.

Das Fazit

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die innovative Idee im Freiburger Gemeinderat durchgeht. Denn letzten Endes ist das Interesse groß, den Attraktivitätsfaktor der Stadt – vor allem für die Studenten und Veranstalter – wieder zu erhöhen.

Info am Rande: In Wien gibt es bereits einen ähnlich funktionierenden Fonds, der seit September 2018 besteht. Dieser fördert vorwiegend zeitgenössisches, urbanes und vom Mainstream abseits liegendes Musikschaffen. Vielleicht nehmen sich die Freiburger ja ein Beispiel an ihren österreichischen Nachbarn und geben ihrer Stadt wieder die Möglichkeit, sich kulturell zu entfalten…

PS: Weitere Infos zum Freiburger Bookings Fonds gibt’s hier.

Fotocredits: Unsplash

Quelle: DJ-Mag.de